Wasserwerk Tettau des Wasserverbandes Lausitz

TWA Tettau

Das Wasserwerk Tettau des Wasserverbandes Lausitz nach der Sanierung und Erweiterung

Projektbeschreibung

Infolge eines Planungswettbewerbes, an dem sich 36 Planungsbüros beteiligten, wurden 2 Ingenieurbüros mit der parallelen Erstellung einer Sanierungskonzeption für die Aufbereitungsanlagen des größten öffentlichen Wasserwerkes im Land Brandenburg beauftragt. Die Konzeption und die Realisierung enthielt neben der Rekonstruktion der Wasseraufbereitung auch die Steuer- und Regeltechnik.

Die Trinkwasseraufbereitung im WW Tettau dient vor allem der Entsäuerung, Enteisenung und Entmanganung. Bei Eisengehalten zwischen 15 und 25 mg/l erfolgt die Eisenentfernung nach der mechanischen und chemischen Entsäuerung durch eine Sedimentations-Grobaufbereitung und eine Sandfiltration.

Wir untersuchten 2 verschiedene Verfahrensvarianten mit jeweils 4 bautechnischen Untervarianten, die sich vor allem im Verhältnis Neubau zu Sanierung unterschieden. Neben der detaillierten Ermittlung und Gegenüberstellung von Investitions- und Betriebskosten führten wir auch eine Kostenvergleichsrechnung nach der LAWA-Richtlinie aus.

Im Ergebnis dieser Studie wurde durch uns eine Variante empfohlen, die verfahrenstechnisch deutliche Parallelen zur bisherigen Aufbereitung aufweist, jedoch wesentliche technologische Erneuerungen vorsieht. Für die bauliche Realisierung wurde eine Kombination von Sanierung und Ersatzneubau verschiedener Anlagenteile empfohlen.

Die in unserer Studie empfohlene Variante bildete die Grundlage für die weitere planerische Bearbeitung, mit der wir im Anschluss beauftragt wurden.

1999/2000 wurden im WW Tettau durch uns betreute verfahrenstechnische Versuche durchgeführt, die vor allem der näheren Untersuchung folgender Aspekte dienten:

  • Optimierung der Flockungssedimentation zur Grobenteisenung bezüglich Investitions- (Bau-) und Betriebskosten unter Berücksichtigung der Parameter pH-Wert, Flockungshilfsmittel- (FHM-) Dosiermenge (Polyelektrolyt), Oberflächen¬beschickung, Verweilzeit und Energieeintrag Flockungsanlage,
  • Optimierung der Flockungssedimentation mit dem Ziel der Mitfällung organischer Bestandteile (Huminsäuren) unter Berücksichtigung der Parameter pH-Wert, Flockungsmittel- (FM-) Dosiermenge (FeCl3), FHM-Dosiermenge,
  • Verbesserung der Huminstoffentfernung durch zusätzliche Flockung (FeCl3-Dosierung) vor der Filtration,
  • Langzeittest verschiedener Systeme zur mechanischen Entsäuerung / Belüftung des eisenhaltigen Rohwassers mit Vergleich von Energiekosten und Wartungsaufwand.

Diese halbtechnischen Versuche wurden ergänzt durch Laborversuche zur Huminstoffentfernung mittels Aktivkohleadsorption und Ozonung. Das Aufbereitungs- und Realisierungskonzept ist an die Erkenntnisse aus den Versuchen sowie an die konkretisierten Bemessungsgrößen angepasst worden. Die Aufbereitungsanlage hat eine Kapazität von 23.000 m³/d.

Im Bereich der Mess-, Steuer- und Regeltechnik wurde eine Umspann- und Verteilerstation mit 2.000 kVA und 10/0,4 kV sowie Niederspannungsschaltanlagen für drei Gruppenleitebenen errichtet. Über die Leitwarte des Wasserwerkes Tettau erfolgte die Anbindung an das Fernwirksystem des Verbandes.

Auftraggeber

WAL Wasserverband Lausitz

Investitionssumme

15 Mio. EUR

Projektzeit

1998 - 2007